Das Bügelspiel ist ein mit dem Kegeln und dem Boulespiel verwandter Sport und ein Geschicklichkeitsspiel. Es wurde im Jahr 1331 zum ersten Mal in Lüttich erwähnt und wird heute noch im niederrheinisch/niederländischen Grenzgebiet ge­spielt. Als Spielmaterial werden 4 Kugeln aus Kunststoff (früher aus Holz) benutzt, jede ist etwa 4 kg schwer und hat einen Durchmesser von ca. 18 cm. Die Kugeln werden mit Hilfe eines Schlägers oder einer Schüppe bewegt. Die Bügelbahn ist an drei Seiten mit einer ca. 70 cm hohen Holzwand umkleidet, um Verletzungen der Zu­schauer zu vermeiden. An der Vorderseite der Bahn befindet sich eine Rinne. Insgesamt ist die Bahn 10 x 5 Meter groß. Etwa 2,50 m von der hinteren Holzwand entfernt ist ein eiserner Ring im Boden angebracht. Dieser wird Bügel genannt (daher auch der Name des Spiels), hat einen Durchmesser von ca. 28 cm und steht in einem Holzklotz mit ca. 50 cm Durchmesser. Ziel des Spiels ist es, seine eigene Kugel von der Rinnen­seite aus durch diesen Bügel zu spielen. Das Bügelspiel wird im Einzel mit zwei und im Doppel mit vier Personen gespielt. Gewonnen hat der­jenige, der eine zuvor ausgemachte Punkte­zahl erreicht hat, in der Regel sind dies 30 Punkte. Z.Zt. gibt es zwei Vereine in Deutschland. Den Bossel- und Bügelclub Willich 1979 e.V. und den BC Dorenburg aus Grefrath. Die Vereine sind am Niederrhein beheimatet und haben sich dem Nieder­ländischen Bügelverband angeschlossen, wo sie gemein­sam mit den zahlreichen nieder­län­dischen Ver­einen die Meisterschaften aus­tragen.